Wer kennt es nicht? Das Gefühl von nassen und klammen Klamotten nach andauernden Regentagen. Regnet es draußen über einen längeren Zeitraum, trägt eine Standheizung viel zum eigenen Wohlgefühl bei. Sie trocknet die nassen Sachen und zaubert ein wohliges Gefühl in den Camper Van. Eine zuverlässige Heizmöglichkeit ist hilfreich, um das mobile Zuhause trocken und warm zu halten. Bleibt diese Feuchtigkeit im Fahrzeug, können Schimmel oder müffelnde Kleidung zu einem unangenehmen Thema werden. Mittlerweile gibt es zahlreichen Heizungsarten, um die gewünschte Wärme zu erzeugen. In diesem Beitrag berichten wir über die unterschiedlichen Möglichkeiten und zeigen verschiedene Lösungen für das eigene Fahrzeug!

Warm durch die kalten Monate

Während der kalten Jahreszeiten im Camper Van zu reisen, ist eine abenteuerliche und eindrückliche Freizeitgestaltung. Wird während dieser Monaten ein warmer und trockener Camper Van bevorzugt, ist eine Standheizung unumgänglich. Selbst wenn das Fahrzeug gut gedämmt ist, hält sich diese leider nicht lange im Fahrzeug.

Eine Standheizung hat eine einfache Funktion. Sie wandelt Energie, meistens durch eine Verbrennung, zu Wärme um. Diese wird im Fahrzeug verteilt. Das klingt erst mal nicht sehr kompliziert. Der Zubehörmarkt für Camper Vans und Wohnmobile bietet viele Systeme, welche diese Aufgabe auf unterschiedliche Weise lösen. Welches die beste Lösung ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Die beste Universal Heizung existiert leider nicht.

Einer der wichtigsten Faktoren ist die Energie. Diese muss vorhanden sein. Ohne eine Form von Energiequelle ist ein Van nicht warm zubekommen. Mögliche Optionen gibt es genug, doch welche ist die Richtige?

@the_mountain_m ist mit Don (der blaue Sprinter) von @whaleontrail im winterlichen Nord Amerika unterwegs. Videos zu ihren Abenteuern findest du auf ihrem Youtube Kanal.

Energiebedarf einer Standheizung

Die unterschiedlichen Arten von Standheizungen haben eines gemeinsam: Sie brauchen alle sehr viel Energie! Wenn diese benötigt wird, entstehen gleichzeitig laufende Kosten, welche gedeckt werden müssen. Die Wärme kostenlos im Van zu erzeugen, ist sehr selten. Meistens wird der Bedarf an Energie mit einem fossilen Energieträger gedeckt. Gas, Benzin oder Diesel sind infolgedessen die bevorzugten Treibstoffe einer Standheizung.

Dennoch ist die Liste an möglichen Ressourcen zur Erzeugung von Wärme lange. Auf der Suche nach der richtigen Energiequelle für das eigene Fahrzeug sind die folgenden beiden Punkte entscheidend:

Verfügbarkeit – Welche Länder und Regionen werden bereist

Nicht jeder Treibstoff ist in jeder Region auf dieser Welt in der gleichen Qualität oder Form erhältlich. Selbst Benzin oder Diesel können zum Problem werden. In Afrika ist verunreinigter Diesel ein großes Thema. In Usbekistan nutzen die meisten Fahrzeuge Gas als Treibstoff. Entsprechend selten ist dort Diesel an Tankstellen erhältlich.

Zusätzlich können vermeidliche Kleinigkeiten, wie unterschiedliche Anschlüsse zu großen Problemen führen! Gas ist in den meisten Ländern erhältlich, allerdings in unterschiedlichen Ausführungen. Zudem haben Gasflaschen in verschiedenen Ländern unterschiedliche Formen und Anschlüsse. Ohne entsprechende Vorbereitungen steht das Fahrzeug ebenfalls schnell ohne Energiequelle für die Heizung in der Kälte.

Die Frage, welche Länder und Regionen bereist werden, ist wichtig. Während der Suche nach der besten Energiequelle sollte diese definitiv beachtet werden.

Gewicht und Raum – Wie viel Platz und Nutzlast ist im Fahrzeug verfügbar?

In einem Van ist oftmals nur sehr wenig Platz vorhanden. Dieser Raum muss möglichst ideal genutzt werden. Treibstoffe wie Gas benötigen zusätzliche Tanks und Leitungen im Fahrzeug. Holz muss ebenfalls gelagert und mitgeführt werden. Die Wahl der Energiequelle hängt demnach stark von dem verfügbaren Platz ab.

Zudem ist es ratsam, stets das Gesamtgewicht des Fahrzeuges im Auge zu behalten. Wird neben dem Treibstofftank für den Motor noch ein weiterer Tank oder eine Gas-Flasche benötigt, muss dieses zusätzliche Gewicht einkalkuliert werden.

Mögliche Energiequellen

Bekanntlich sind sehr viele Reisefahrzeuge mit einer Gas Heizung ausgestattet. Ebenso häufig sind Diesel Standheizung in Camper Vans anzutreffen. Überdies hinaus sind das lange nicht alle Möglichkeiten, die zur Auswahl einer Wärmequelle stehen.

Gas

Bekanntlich wird Gas sehr häufig im Reisemobil, Camper Van oder Bus für die Heizung verwendet. In Folge dessen haben sich die Flüssiggase Butan und Propan schon fast als Standard etabliert. Einer der Gründe für diese Entwicklung ist die Tatsache, dass mit diesem Energieträger viele andere Geräte im Camper Van betrieben werden können. Herdplatten, Backofen, Heizung, Boiler und sogar der Kühlschrank sind damit zu betreiben. Leider haben diese Systeme neben den offensichtlichen Vorteilen auch einige nennenswerte Nachteile.

Vorteile

  • Ein Treibstoff für alles
  • Weltweit erhältlich
  • Keine Treibstoffpumpe notwendig
  • Gasbetriebene Standheizungen sind oft sehr leise (gilt nicht für jedes Model)
  • Kombi-Geräte mit Gas- und Strombetrieb sind ebenfalls erhältlich
  • Viele Modelle haben einen geringen Stromverbrauch

Nachteile

  • Unter Druck stehendes Leitungssystem
  • Unterschiedliche Flaschenanschlüsse in verschiedenen Ländern
  • Verschiedene Flaschengrößen und Formen in unterschiedlichen Ländern
  • Reparaturen am Leitungssystem nur mit dem richtigen Werkzeug und Know-How möglich
  • Die Installation braucht einiges an Platz
  • Betrieb während der Fahrt nicht immer möglich
  • Regelmässiger Flaschentausch notwendig
  • Regelmässige Gasprüfung von Notwendigkeit
Eine schwedische Gas-Flasche verbunden mit dem Truma Mono Control durch einen speziellen Schlauch-Adapter.

Diesel/Benzin

In den letzten Jahren scheint sich Diesel oder Benzin als Treibstoff für Standheizung in Reisemobilen zu etablieren. Es macht Sinn, einen Energieträger zu verwenden, der ohnehin im Fahrzeug mitgeführt wird. Zudem ist die Diesel oder Benzin Standheizung für Selbstausbauer überaus interessant. Denn die Installation ist deutlich einfacher als bei einer Gas Heizung. Hauptsächlich bei Fernreisenden und Overlandern sind diese Heizungssysteme sehr beliebt.

Vorteile

  • Beinahe überall auf der Welt problemlos erhältlich
  • Sehr kompakte Einbaumasse
  • Kein zusätzlicher Tank/Behälter ist notwendig
  • Keine regelmässige Gas-Prüfung notwendig
  • Relativ einfache und schnelle Installation
  • Der Betrieb während der Fahrt ist möglich
  • Probleme mit den Leitungen können einfach behoben werden
  • Diesel Standheizungen sind schon für vergleichsweise sehr wenig Geld erhältlich
  • Deutlich kleineres Risiko bei einem Leck

Nachteile

  • Eine zusätzliche Treibstoffpumpe ist notwendig
  • Die Luft Standheizungen sind deutlich hörbar
  • Einige Modelle kommen ab bestimmten Höhen Probleme mit der Verbrennung
  • Höherer Stromverbrauch (Hauptsächlich beim Starten)

Holz

Viele Menschen schätzen einen Holzofen wegen der gemütlichen und angenehmen Wärme. Bekanntlich sorgt ein Holzofen für ein trockenes und behagliches Raumklima. Deshalb kommen Vanlife Begeisterte immer häufiger auf die verrückte Idee, einen Holzofen in den Bus einzubauen. Zudem etablieren sich stetig mehr Hersteller auf dem Markt, welche winzig kleine Holzofenmodel für Fahrzeuge anbieten. Dennoch ist es wichtig, einen Holzofen mit großer Vorsicht und fundiertem Hintergrundwissen zu nutzen! Ansonsten verwandelt sich das mobile Zuhause schnell in eine tickenden Zeitbombe! Nichtsdestotrotz bietet ein Holzofen einige Vorteile, welche die andere Heizkonzepten nicht miteinschliessen.

Vorteile

  • Brennholz ist beinahe überall erhältlich
  • Kein Stromverbrauch
  • Keine anfällige Elektronik
  • Sehr angenehmes Raumklima
  • Brennholz ist teilweise kostenlos erhältlich
  • Unabhängig von Anschluss Standards und Treibstoffqualität
  • Kann als Kochstelle verwendet werden
  • Kleine Holzöfen sind preiswert erhältlich
  • Die Installation ist mit gutem Hintergrundwissen relativ einfach

Nachteile

  • Brennholz braucht viel Platz im Van
  • Wird in der Nacht nicht regelmässig Holz nachgelegt, dann ist es morgens kalt im Fahrzeug
  • Die wenigsten Öfen beziehen die Verbrennungsluft von ausserhalb des Reisemobils. Deshalb besteht das Risiko, dass dem Raum der Sauerstoff entzogen wird!
  • Nur trockenes Holz brennt gut
  • Hohes Verbrennungsrisiko am Ofen selbst oder an der Abgasführung
  • Ofen, Abgasleitungen und Sicherheitsabstände benötigen viel Platz

Petroleum

Petroleum Heizung gibt es schon eine lange Zeit. Allerdings sind diese in Vans oder anderen Reisefahrzeugen sehr wenig anzutreffen. Dennoch findet man diese Form der Wärmequelle häufig auf Yachten und Booten. Petroleumheizungen sind oft als mobile Heizöfen konzipiert und sollten deshalb nicht in komplett geschlossenen Räumen verwendet werden. Trotzdem gibt es einige wenige Modelle, welche fest mit Abgasführungen in ein Fahrzeug eingebaut werden können.

Vorteile

  • In vielen Regionen dieser Welt ist Petroleum ein günstiger Treibstoff
  • Sehr einfache und zuverlässige Heizungen
  • Robust
  • Kein Stromverbrauch
  • Sehr leise im Betrieb

Nachteile

  • Mobile Heizöfen sollten nicht in komplett geschlossenen Räumen verwendet werden
  • Die mobilen Heizungen geben durch die Abgase sehr viel Feuchtigkeit in die Luft ab
  • Petroleum ist nicht überall erhältlich
  • Petroleum muss in einem Kanister oder einem zusätzlichen Tank mitgeführt werden

Strom

Eine weitere Möglichkeit ist das Fahrzeug mit Strom zu heizen. Dennoch ist diese Heizart nicht sehr verbreitet oder beliebt unter den Vanlife Begeisterten. Denn der Stromverbrauch ist bei solchen Heizmodellen riesig und schränkt die Unabhängigkeit eines Reisenden enorm ein. Genügend Power im Fahrzeug mitzuführen ist fast unmöglich. Aus diesem Grund ist diese Lösung nur etwas für Leute, die sehr viel auf Campingplätzen stehen und regelmäßig einen Landstromanschluss zur Verfügung haben.

Vorteile

  • Sehr leise im Betrieb
  • Kombigeräte, welche mit Gas oder Strom betrieben werden, sind erhältlich
  • Keine zusätzlichen Tanks, Gefässe oder Treibstoffleitungen

Nachteile

  • Sehr hoher Stromverbrauch, fast nur mit Landstrom möglich
  • Gas/Strom Kombinationsgeräte sind teuer
  • Stromanschlüsse auf Campingplätzen sind teilweise zu schwach abgesichert