Für viele im Camper Van Reisende gehört es zum Alltag. Kacken in der Natur ist für viele Abenteuerlustige die einzige Möglichkeit, sich zu erleichtern. Auf den ersten Blick spricht nichts dagegen. Damit sich niemand durch dieses Verhalten gestört fühlt oder die Natur belastet wird, müssen dennoch einige Dinge beachtet werden. 

Die Minenfelder

Wer kennt es nicht? Endlich ist der Camper Van geparkt und der erste Blick wandert durch die wunderschöne Natur des Stellplatzes. Schlussendlich kommt der Moment und die Blase drückt. Der Weg zu einem stillen Örtchen hinter dem nächsten Busch, in den Wald oder zwischen große Felsen steht bevor. Genau dort sind sie zu finden, die stinkenden Minen. Frische und ältere Exkremente, markiert mit mehr oder weniger weißen Fähnchen. Leider sind die Hinterlassenschaften oftmals nicht gleich zu sehen. Dennoch sind die Überreste von Toilettenpapier oder Taschentücher bereits von Weitem sichtbar. Während der warmen Saison zusätzlich begleitet von einem schrecklich beißenden Geruch.

Mitnehmen ist immer besser

Kacken im Freien ist auf den ersten Blick ein ganz natürliche Angelegenheit. Leider bedeutet das nicht, dass es grundsätzlich unproblematisch ist. Immer weniger Plätze, die von Vanlife Begeisterten aufgesucht werden, gehören zu den einsame Ecken. Dennoch sind des Öfteren täglich Fahrzeuge vorzufinden. Wenn nun alle Besucher im Umkreis von wenigen Metern ihr Geschäft in der Natur erledigen, kann das zu riesigen Problemen führen. Im extremen Fall wird dadurch das Grundwasser mit Bakterien, Keimen oder Parasiten infiziert. Zusätzlich sehen Anwohner dieses Verhalten nicht gerne. Camping Verbote sind deshalb vermehrt die Folge. Exkremente sollten, wenn immer möglich, mitgenommen und auf anderen Wegen entsorgt werden.

Die einfachste Lösung ist ein gut verschließbarer Eimer versehen mit einer Tüte. Draußen oder auch im Van, kann das Geschäft problemlos in den Eimer verrichtet werden. Durch die Abdeckung mit Holzstreu oder Spänen, werden Gerüche reduziert. Zusätzlich müssen auf diese Weise nicht die älteren Exkremente begutachtet werden. Mit einem guten Deckel lässt sich alles dicht für die Fahrt verschließen und verursacht keinen schlechten Geruch Van, bis eine passende Entsorgungsstation gefunden wurde.

Kacken in der Natur – so wird’s gemacht!

Für alle, die ihr stilles Örtchen in der Natur suchen, gibt es einige grundsätzliche Regeln. Mit diesen wird unter anderem verhindert, dass die Freistehplätze sich zu einer riesigen öffentliche Toilette entwickeln. Zusätzlich können die grössten Probleme dadurch gemieden werden.

  1. Mindestens 50 m Abstand zu allen Wegen, Straßen, Wasserquellen (Meer, See, Fluss oder Bach) oder Parkplätzen halten. Größere Entfernung sind immer besser! Ein paar Meter zu gehen hat noch niemandem geschadet.
  2. Ein ca. 20 bis 30 cm tiefes Loch graben. Wenn es zu steinig ist, dann ist es ratsam, einen oder mehrere größere Steine zu bewegen. Sodass ein Loch oder eine Mulde freigelegt wird.
  3. Das Geschäft in dieses Loch erledigen.
  4. Anschließend das Toiletten Papier mitnehmen und im nächsten öffentlichen Abfalleimer entsorgen. Falls diese Möglichkeit nicht besteht, im Erdloch vergraben. Allerdings ist es ratsamer, dieses vorab zu verbrennen.
  5. Das Loch wieder schließen. Hierbei ist es wichtig, die Stelle gut zuzuschütten. Dadurch fühlt sich der nächste Besucher nicht gestört von der kürzlich gegrabenen Mulde.

Loch graben – die Hintergründe

Natürlich genießen alle im Van Reisenden schöne und saubere Stellplätze. Dies ist nur einer von vielen Gründen, die für ein Vergraben der Exkremente sprechen. Nun ein paar Gründe, weshalb es wichtig ist die Hinterlassen nicht einfach in der Natur zu hinterlassen.

Keine Ansammlung von Sch****haufen

Tiere im Wald vergraben ihre Fäkalien nicht. Da sie sich frei im Wald und in der Natur bewegen, führt das nur selten zu Problemen. Sie verrichten ihr Geschäft nie am gleichen Ort mehrmals. Als Vanlifer werden die ausgesuchten Stellplätze öfters von vielen anderen Reisenden besucht. Werden die Häufchen nicht vergraben, führt das zu einem hässlichen Anblick. Dies macht jede Reise zu einem unschönen Erlebnis und hinterlässt keine guten Erinnerungen!

Schutz von Mensch und Natur

Grundsätzlich ist das Geschäft im Freien zu verrichten, nicht immer unproblematisch. In Indien haben Millionen Menschen keinen Zugang zu einer Toilette. Die Auswirkungen durch die freie Defäkation auf die Menschen und die Umwelt, sind erheblich. Krankheiten können sich über Fäkalien schnell verbreiten. Gewässer verschmutzen so stark, dass die wenigsten noch freiwillig einen Fuß da rein setzen möchten. Den Stuhlgang in ein Loch zu erledigen, ist eine einfache Maßnahme, um solche Probleme stark zu reduzieren. Durch das Vergraben wird die Verbreitung von Krankheiten oder Parasiten deutlich eingeschränkt. Zusätzlich kommen Kinder, welche gerne am Boden und im Dreck spielen, dadurch nicht mit den Fäkalien in Kontakt.

Beschleunigte Zersetzung

Die menschlichen Hinterlassenschaften bauen sich ab, allerdings braucht das seine Zeit. Denn die Dauer bis zur kompletten Zersetzung ist abhängig von verschiedenen Faktoren. Das Klima, die Beschaffenheit des Untergrunds und den darin vorkommenden Lebewesen spielen dabei eine wesentliche Rolle. Es ist möglich, dass die Überreste nach zwei bis vier Wochen noch zu sehen sind. Wird das Geschäft allerdings vergraben, dann läuft dieser Prozess deutlich schneller ab. Viele der dafür zuständigen Organismen leben unter der Erde.

Nichts wird weggeschwemmt

Des weiteren können Regen und Sturm Darmausscheidungen wegspülen und bis in öffentliche Gewässer tragen. Auch da schafft ein Loch Abhilfe. Wenn alles ordentlich vergraben und zugedeckt ist, bleibt der Stuhlgang an Ort und Stelle. Dadurch entwickelt sich dieser nicht zu einem Risiko für Mensch und Umwelt.

Darum gehört das Toiletten Papier nicht in die Natur

Ganz egal ob ein Loch gegraben wird oder nicht, das Toiletten Papier gehört nicht in die Natur. Es gibt einige Argumente, welche diese Aussage unterstreichen:

  • WC Papier ist in der Regel kein reines Naturprodukt und hat nichts in der Natur zu suchen.
  • Die Zersetzung kann sehr lange dauern. In extremen Fällen dauert es Jahre, bis vom Zellstoff der Klorolle nichts mehr zu sehen ist.
  • Klopapier ist nicht frei von Chemikalien. Diese kommen nur in kleinen Mengen vor, gehören aber trotzdem nicht in die Erde.
  • Als Naturliebhaber liegt es an uns, die Umwelt zu schützen und nicht zu belasten.

Wenn immer möglich, ist es ratsam, das Toiletten Papier mitzunehmen und ganz normal im Abfall zu entsorgen. Das bedeutet kaum mehr Aufwand und auch der Geruch ist selten ein Problem. Zudem wird die Natur mit dieser einfachen Maßnahme entlastet und alle späteren Vanlife Begeisterten haben die Möglichkeit den Stellplatz ebenfalls zu genießen.

Der Klappspaten

Das ideale Werkzeug für die Freilufttoilette ist der Klappspaten. Beinahe in jedem Van findet sich Platz, um dieses kleine Hilfsmittel zu verstauen. Damit lässt sich schnell und einfach ein Loch mit der perfekten Tiefe graben. Der Spaten besitzt die ideale Größe, um ein passendes Loch auszuheben. Durch die spitze Bauform funktioniert dies ebenfalls bei hartem Untergrund. Falls das Erdreich besonders hart ist, lässt sich mit den Füßen nachhelfen. Dadurch gelingt überall ein entsprechendes Erdloch zu graben.

Gedanken zum Schluss

Es ist leicht, die eigenen Hinterlassenschaften umweltgerecht zu vergraben. Der entsprechende Aufwand ist nicht groß und gehört zum Leben eines Vanlifer dazu. Falls die Entscheidung gegen eine Toilette im Van gefällt wurde, muss jeder Reisenden Verantwortung für die eigene Defäkation tragen. Es ist wichtig, respektvoll mit der Natur umzugehen und sie durch das eigene Verhalten zu schonen. Aus diesem Grund sollte auch wenn immer möglich alle Exkremente wieder mitgeführt und entsorgt werden. Hält sich jeder daran, wird die Reise vollends zu einem unvergesslichen Erlebnis!

Eine Notfall Toilette im Fahrzeug zu haben ist sehr praktisch. Eine vollständiges WC im Van mitzuführen ist für die meisten Vanlifer nicht notwendig. Für den Notfall eine Lösung bereit zu haben, die wenig Platz benötigt und gut funktioniert ist dennoch keine schlechte Idee. Im nächsten Beitrag findest du eine ausführliche Liste mit vielen spannenden Ansätzen und Ideen.